Das älteste Kreditgewerbe der Welt: Pfandleihhäuser.

//Das älteste Kreditgewerbe der Welt: Pfandleihhäuser.

Die Geschichte der Pfandleihhäuser

Pfandleihhäuser sind heuttzutage in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es gibt über 200 Pfandleihhäuser, über eine Millionen Kunden besuchen die Leihhäuser jährlich in Deutschland. Doch wo und wann sind Pfandhäuser entstanden? Gehen Sie mit 123 Pfand auf eine spannende Reise in die Vergangenheit und erkunden Sie die Geschichte der Pfandleihhäuser…

Von Babylon nach Deutschland

Erste Pfandkreditgeschäfte über „Faustpfänder“, das Pfand an beweglichen Gütern, sollen bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. in Babylon abgewickelt worden sein. Das Pfand auf nicht bewegliche Gegenstände, als sogenanntes „Grundpfandrecht“ zusammengefasst, wie z.B. Grundstücke und Häuser, hat seinen Ursprung zu Zeiten der Griechen und Römer. Das Pfandkreditgewerbe dient somit als das älteste Kreditgewerbe der Welt.

Die damalige „Hypothek“ (von griechisch: ὑποθήκη „Unterpfand“) diente zur Kreditaufnahme und sollte (Geld-)Forderungen der Gläubiger sichern.

Das deutsche Wort „Pfand“ geht aus dem altfranzösischen Begriff „paner“ hervor, welcher die deutschen Bedeutungen „wegnehmen“ oder „wegwischen“ umschreibt. Dieser basiert auf der lateinischen Bezeichnung „pannus“ (deutsch: „Tuch“). Der heutige Begriff des Pfandes beschreibt eine Sache, Forderung oder Recht, dessen wirtschaftlicher Wert Forderungen sichern soll. Der rechtliche Eigentümer, der Schuldner einer Forderung, überlässt das Pfand dem rechtlichen Besitzer, der der Gläubiger dieser Forderung ist.

Geschichte der Pfandleihhäuser

Die Geschichte der Pfandleihhäuser geht in das Mittelalter zurück

Pfandleihhäuser gibt es nicht erst seit gestern – und auch nicht erst seit letzter Woche… Die ersten Pfandleihhäuser, namentlich Monti di Pietà (italienisch, pl.: „Berg der Barmherzigkeit“), entwickelten sich im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit um die Mitte des 15. Jahrhunderts.

Die erste Neueröffnung wurde 1462 in Perugia verzeichnet. Entgegen den damaligen Banken, den sogenannten „Montes“ (lateinisch, pl.: „Berg“), arbeiteten die „Monti di Pietà“ mildtätig und nicht gewinnorientiert. Die Pfandleihhäuser wurden von Franziskaner betrieben, um Hilfe für Arme in finanziellen Notsituationen zu bieten und dem damaligen Wucher entgegen zu wirken. Das Konzept der Pfandbeleihung wurde vom Papst akzeptiert. Als Pfand beliehen wurden Gegenstände wie Schmuck, Kleidung oder Geräte, versehen mit einem niedrigen Zinssatz. Weitere Gründungen folgten 1463 in Orvieto, 1471 in Viterbo, 1473 in Bologna und 1483 in Mailand.

Pfandleihhäuser in Deutschland

Das erste Pfandleihhaus in Deutschland wurde 1603 in Augsburg unter dem Namen „Augsburger Pfandleihanstalt“ gegründet, es folgte 1692 das „Kurfürstliche Pfandhaus“ in Berlin. Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts folgten Städte und Staaten dem Beispiel der Kirchen und es eröffneten mehr und mehr Pfandleihhäuser auf Grund des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Dreißigjährigen Krieg. Heutzutage gibt es weit über 200 Pfandleihhäuser in Deutschland. Die Pfandleihhäuser erfüllen eine Funktion für die kurzfristige Zwischenfinanzierung und stehen somit in keiner Konkurrenz zu den Banken. Seit Mitte der 90er-Jahre entwickelte sich zudem der Trend, neben Schmuck auch Autos als Pfandobjekt zu beleihen. Eines der ersten Kfz-Pfandleihhäuser in Deutschland ist hierbei 123 Pfand.

Dies könnte Sie auch interessieren

Der Beruf des Pfandleihers, Kfz-Pfandhaus in Karlsruhe, Kfz-Pfandleihhaus Frankfurt

Erhalten Sie heute noch einen unkomplizierten Pfandkredit

2018-10-19T16:36:10+00:00 19/10/2014|